Château de Versailles
... zu Zeiten Louis' XV



Nach dem Tod des Großen Königs im Jahre 1715 übernahm dessen Urenkel als Louis XV. die Herrschaft.

Der minderjährige König wurde vorerst von Philippe II d'Orléans vertreten.
Diese Zeit ist als La Régence bekannt.
Für die Dauer der Regentschaft verließ der Hof den Palast von Versailles und zog in die Tuilerien. Während der Abwesenheit des Hofes bewirtschaftete Monsieur Blouin, Gouverneur von Versailles, den Palast und seinen Park und ließ alle zwei Wochen die Wasserspiele im Park spielen.

Vom 7. Mai bis 20. Juni 1717 bereiste Zar Peter der Große von Russland Frankreich. Fasziniert von der mächtigen Versailler Schlossanlage besuchte der Zar vom 24.-26. Mai erstmals Versailles. Er bewohnte die kleinen Appartements des Duc de Bourgogne. Bei seinem zweiten Aufenthalt vom 3.-11. Juni 1717 wohnte er im Trianon-sous-bois-Flügel.

 
König Louis XV besucht den Zaren am 10.05.1717 in Paris
im Hôtel de Lesdiguières (Louise Marie Jeanne Hersent)

Am 15. Juni 1722 kehrte der Königshof endlich nach Versailles zurück. Der gerade 12-jährige König hatte sich in den Tuilerien gelangweilt und richtete sich nun in Versailles voller Stolz im Palast des Urgroßvaters ein.
Louis XV. bewunderte das Schaffenswerk Louis' XIV. und begann daher nur zögerlich, Änderungen am Schloss vorzunehmen.
Hauptsächlich vollendete er die Verteilung und Innenausstattung der Appartements und zog es vor, die vom Urgroßvater begonnenen Projekte fortzuführen.

Die Umgestaltung der Innenausstattung und Renovierung der privaten Gemächer begann 1730. Bereits ein Jahr zuvor hatte der König für seine Gattin Maria Leszczyñska (1703-1768) das Prunkgemach der Königin wiederherrichten lassen - dies war sein Dank an die Königin anlässlich der Geburt des Thronfolgers Louis Ferdinand (1729-1765).

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1748 entschloss sich der König zum Bau eines Opernhauses, doch der Siebenjährige Krieg (1756-1763) verzögerte den Baubeginn. Erst 1763 begann die Errichtung der Oper im Nordflügel des Palastes. Ausführender Architekt war Jacques-Ange Gabriel (1698-1782).
Eingeweiht wurde die Oper 1770 zur Hochzeit des Dauphins
Louis Auguste mit der österreichischen Erzherzogin Maria Antonia.
Der Opernsaal ist prächtig ausgeschmückt und hat eine sehr gute Akkustik.

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1770 hatte Louis XV. eigentlich eine Neudekoration der Stadtseite des Schlosses im Stil des Klassizismus erwogen. Diese Umgestaltung gehörte noch zum Großen Plan («Grand Dessin») des Sonnenkönigs. Die alten Schlossfassaden der Stadtseite - bestehend aus bereits unmodernem Stein- und Ziegelmauerwerk und einem hohen Dachgestühl - sollten, ähnlich wie die Gartenfassade, mit Haustein überbaut werden. Zudem war über dem Hauptgebäude eine Kuppel geplant. Die Leitung dieses Projekts übernahm, wie auch schon beim Opernsaal, Gabriel.
Aus finanziellen Gründen beschränkte man sich 1771 letztlich jedoch nur auf den Umbau des rechtsseitigen Trakts, der 1775 beendet und Gabrielflügel genannt wurde.
Der gegenüberliegende Flügel (Dufourflügel) wurde erst zwischen 1814 und 1820 vom Architekten Alex Dufour angepasst.
Die Symmetrie der Stadtseite wurde damit halbwegs wiederhergestellt, beide Flügel weisen jedoch bis heute unterschiedliche Stile auf.

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... zu Zeiten Louis´ XIV.                              ... zu Zeiten Louis´ XVI.

 

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