Le Bosquet du Rond Vert
Théâtre d'Eau & Bassin de l'Île des Enfants

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Le Théatre d'Eau


Das Théâtre d'Eau war ein Wasserspiel und galt als eine der schönsten Attraktionen, die André Le Nôtre hier schuf. Das Boskett war der Inbegriff der barocken Gartenkunst. Leider ist fast nichts mehr übrig von diesem Boskett, da es im 18. Jahrhundert zerstört wurde.

Das Boskett wurde zwischen 1671 und 1673 von André Le Nôtre erschaffen; die Brunnen waren das Werk von Le Brun.
Das Wassertheater bestand aus einer großen, fast runden Fläche sowie zwei halbkreisförmigen Amphitheatern mit Sitzreihen, getrennt von einem länglichen Wasserbecken, das wiederum in zwei Wasserebenen unterteilt war.
Die halbrunde Bühne war von drei dreieckigen stufigen Kaskaden umrahmt, die mit Muscheln und zahlreichen Wasserspeiern geschmückt waren. Bleierne Skulpturen verzierten die Fontänen der Kaskaden.

Die vier vorhandenen Brunnen waren mit metallenen Kindergruppen
dekoriert:
- Amours à la lyre
- Amours au cygne
- Amours au griffon
- Amours à l'écrevisse

Weitere Kindergruppen repräsentierten:
- La Valeur
- La Puissance
- La Richesse

Der Kinderbrunnen Fontaine avec cupidon chevauchant un dauphin tirant une flèche de son carquois (von Gaspard Marsy) zierte einst den Eingang des Wassertheaters. Heute findet man ihn im Garten des Grand Trianon:

 

1677 wurden 18 rundliche, mit Muscheln verzierte Bassins hinzugefügt, die den Zuschauerbereich des Theaters umrandeten. Die Wasserfontänen der 18 Bassins reichten bis hinauf zu den Arkaden, die zwischen 1680 und 1688 geplanzt wurden.

 
Vue du Théâtre d’eau (1693, Jean Cotelle)

 
Vue du Théâtre d’eau (1693, Jean Cotelle)

Die Statue Marsyas enseignant la flûte de pan à son fils Olympos (von Jean-Baptiste Goy) wurde 1684 im Wassertheater aufgestellt. Heute findet man die Skulptur im Bosquet des Rocailles.

 

Nachdem das Wassertheater im Laufe des 18. Jahrhunderts nach und nach heruntergekommen war, ordnete König Louis XVI an, das Boskett während der großangelegten Neubepflanzungsaktion in 1774/1775 abzureißen.
Es wurde als «Rond Vert» neu angelegt. Die diagonalen Gänge wurden dabei verlängert und stießen auf die zentrale, kreisförmige Rasenfläche, die dem Boskett seinen Namen gab.

Der Dezembersturm 1999 beschädigte die Rond vert-Grotte stark; sie verlor dadurch einen Großteil ihres Baumbestands. Seitdem ist das Boskett für die Öffentlichkeit geschlossen.

Die Schlossverwaltung plante seit den 1990ern den Wiederaufbau des Bosketts wie einst zu Zeiten des Sonnenkönigs. In 2010 wurde dieser Plan jedoch leider verworfen - stattdessen wurde das ehemalige Wassertheater von 2013 bis 2015 durch einen zeitgenössischen Garten ersetzt.


Restaurierungsplan

« Restaurierungsinfos »


Pläne der Umgestaltung des Bosketts seit 2013 in einen zeitgenössischen Garten:

 
Aquarelle (Fabrice Moireau)


Das neue Boskett nach der Restaurierung


 
Plan des heutigen Wassertheaters

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Le Bassin de l'Île des Enfants
« die Kinderinsel »

© 2010 by J.S. 


Etwas versteckt hinter dem Théâtre d'Eau befindet sich - von der Allée de l'Été aus erreichbar - die kleine Kinderinsel. Hierbei handelt es sich um ein 1710 von Hardy geschaffenes, rundes Bassin, in dessen Mitte sich ein Felsen erhebt. Auf dem Felsen spielen sechs nackte Kinder mit Blumen; zwei weitere Kinder tummeln sich im Wasser.


Restaurierung der Kinderinsel

« Restaurierungsinfos »


Die Kinderinsel befindet sich derzeit - wie auch das Théâtre d'Eau - im Restaurierungszustand, was allerdings auch ganz offensichtlich dringend erforderlich ist:

Restaurierungsprojekt -- © 2009 by Janine Schreiber 
© 2010 by J.S. 
© 2010 by J.S. 
© 2010 by J.S. 

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Skulpturen im Rond Vert


Das ehemalige Wassertheater-Boskett besaß acht Skulpturen, darunter:


Ganymede
(1683, Joly)

[Foto]

Diese Skulpturengruppe - eine antike Kopie - wurde in Rom nach einem Modell von Carlier gefertigt. Ursprünglich befand sich Ganymede im Rond Vert (ehem. Wassertheater-Boskett). Zwischenzeitlich wurde die Gruppe jedoch ins Stern-Boskett umgesetzt, bevor sie 1912 wieder ins Rond Vert zurückkehrte.

Heute befindet sich die restaurierte Statue im Salle des Hoquetons im Palast von Versailles.


Hadrien
(unbekannt)

[Foto 1 | Foto 2]

... keine Infos...

Weitere, heute büstenlose Sockel:
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Foto 1] | [Foto 2]


Pomone
(antik)

[Foto 1Foto 2]

Pomone befand sich einst in der Galerie des Antikes (heute: Salle des Marronniers). Die Statue hat eine langen Reiseweg hinter sich: 1704 wurde sie im Grand Trianon aufgestellt und während der Revolution im Palast von Versailles. Nach ihrer Restaurierung durch Jean-Baptiste Beaumont wurde sie 1828 nach Saint Cloud transportiert. Anschließend kam sie erneut ins Grand Trianon und fand 1850 ihren Platz letztendlich im Rond Vert.

Heute befindet sich die restaurierte Statue im Palast, im Salle des Hoquetons.


Cérès dénudée
(antik)

[Foto 1Foto 2]

Ursprünglich gehörte diese Cérès zu den 20 Statuen der Galerie des Antiques, bis dieses Boskett 1704 in den Salle des Marronniers umgestaltet wurde. Zu diesem Zeitpunkt kam Cérès ins Wassertheater-Boskett.

Heute ist die fertig restaurierte Cérès im Salle des Hoquetons aufgestellt.


Cléopâtre
(antik)

[Foto 1 | Foto 2]

Diese Statue befand sich einst ebenfalls in der Galerie des Antiques und hatte anschließend eine ähnliche "Reiserei" wie Pomone hinter sich.
Der verheerende Dezembersturm 1999 zerstörte Cléopâtre (siehe "Foto 2").


Faune dansant
(unbekannt)

[Foto]

Ursprünglich gab es in Versailles zwei tanzende Faune. Einer befindet sich heute in Warschau. Der zweite - aus dem Rond Vert stammend - ist zwischenzeitlich im Salle des Hoquetons aufgestellt.



Historische Ansichten


 
Théatre d'Eau (Famille des Perelle)

 
Le Théatre d´Eau (1693, Jean Cotelle)

 
Le Théatre d'Eau (1693, Jean Cotelle)

 
Théatre d'Eau (1702, Allain Manesson-Mallet)

 
Théatre d'Eau (1720, Jean Chaufourier)


 

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